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Pathologisches Glücksspiel

Die Sucht nach Glücksspielen gehört zu den sogenannten Verhaltenssüchten. Dabei wird stets eine alltägliche, „normale“ Tätigkeit zu einem Suchtverhalten, das die / der Betreffende nicht kontrollieren kann und ihr / ihm immer weiter nachgeht, auch wenn es negative Konsequenzen für sie / ihm hat. Betroffene können nicht aufhören, immer wieder an Glücksspielen teilzunehmen, auch wenn es sie in den finanziellen Ruin treibt. Der „Suchtdruck“, also das Verlangen zu spielen, treibt viele zu Taten, zu denen sie mit klarem Kopf niemals in der Lage gewesen wären. Nicht selten berichten Betroffene davon, ihre engsten Freunde und Familienmitglieder beklaut und belogen zu haben, um die Sucht zu befriedigen. Gleichzeitig machen es Scham und Schuldgefühle fast unmöglich, sich jemandem anzuvertrauen und Hilfe zu holen. Eine teuflische Spirale aus wachsenden finanziellen Sorgen und Einsamkeit führt immer tiefer in die Sucht hinein. Im Durchschnitt beträgt die Wartezeit einer /eines Betroffenen vom erstmals „süchtigen“ Spielen bis zum Gang in eine Beratungsstelle ca. 7 Jahre. Die offizielle Bezeichnung für die Störung, die gemeinhin „Glücksspielsucht“ genannt wird, lautet „pathologisches Glücksspielen“. In der Praxis unterscheidet man zwischen riskantem, problematischem und pathologischem Glücksspielen, je nach Schwere der Symptome. Im Falle des pathologischen Glücksspielens erfüllt die Patientin der Patient mindestens fünf der folgenden Kriterien:

  • ständiges Nachdenken übers Glücksspielen und die dafür notwendige Geldbeschaffung
  • steigende Einsätze
  • erfolglose Versuche, das Spielen einzuschränken oder mit dem Spielen aufzuhören
  • „Spieldruck“, also Unruhe, Gereiztheit, Nervosität, wenn nicht gespielt werden kann/darf
  • das Spielen wird genutzt, um unerwünscht Gefühle zu verdrängen, Probleme zu vergessen
  • „Aufholjagd“ oder chasing: bei Geldverlust wird weitergespielt, um den Verlust wieder „reinzuholen“
  • Lügen gegenüber Dritten, um das Spielen zu verheimlichen
  • illegale Handlungen, um das Spielen zu finanzieren (Raub, Diebstahl, Betrug, Erpressung, etc.)
  • der Verlust wichtiger Beziehung (Freundeskreis, Familie, berufliche Kontakte) wird für das Spielen in Kauf genommen

Viele Glücksspieler/-innen schaffen es, den Teufelskreis zu durchbrechen, sobald sie die Problematik anerkannt und Hilfe in Anspruch genommen haben. Leider gehört nicht nur das Lügen gegenüber Dritten, sondern auch die Verleugnung der Problematik vor sich selbst zu den typischen Merkmalen von Glücksspielproblemen. Hinzukommt, dass die Hemmschwelle zur Offenbarung finanzieller Probleme oft besonders groß ist. Diese bleiben jedoch bei der Mehrheit der Glücksspieler/innen nicht aus. Beratungsstellen berichten von einer durchschnittlichen Schuldenlast ihrer Klientinnen und Klienten von ca. 40 000 €.

Weiterführende Infos

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